Dass Humor ein Zeichen psychischer Gesundheit ist, kann man im Alltag oft beobachten. Auch in der psychoanalytischen Literatur und in Anekdoten über das Vorgehen bekannter Psychotherapeut:innen finden sich wertvolle Hinweise auf die Wirkungsweise von Humor und Provokation im psychotherapeutischen Kontext.
Man kann gut mit Humor und Provokation arbeiten, wenn man versteht, dass Humor keine Abwehr von Leid ist, sondern eine Befreiung inmitten von Leid und begrenzten menschlichen Möglichkeiten. Eine zentrale Bedingung erfolgreicher humoristischer Interventionen ist dabei eine ausgeprägte Sensibilität. Denn Humor und vor allem Provokation funktionieren nur, wenn sie von emotionaler Wärme getragen sind.
Ein Ziel dieses Vortrags ist die Verbesserung der Sensibilität und des Mutes, der nötig ist, um Patient:innen Humor und Provokation zuzumuten. Es lohnt sich, sich diese Herangehensweise anzueignen, da durch sie nicht nur das Erreichen von Therapiezielen wahrscheinlicher und menschliches Wachstum gefördert wird, sondern weil sie auch Freude und Verbundenheit bringt.
Referentin
Dipl.-Psych. Simone Stöckert ist approbierte Psychologische Psychotherapeutin für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Gruppenpsychotherapie, Supervisorin, Selbsterfahrungsleiterin und zusätzlich zertifizierte provokative Therapeutin (nach Höffner und Cordes). Seit 2009 ist sie als Lehrbeauftragte und Dozentin tätig. Zu ihren beruflichen Stationen zählen Beratungsstellen, psychosomatische Kliniken und psychotherapeutische Praxen. Seit 2021 arbeitet sie als Psychotherapeutin in München und ist zudem seit 2023 u.a. als Supervisorin am LFI München tätig.
Hybrid-Veranstaltung (Online | Präsenz in Berlin)
Gabriela Kodermann
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