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  • Deutschland hat das weltweit beste Kassenpsychotherapiesystem und die beste Psychotherapieausbildung. Dafür haben sich vor uns engagierte Menschen eingesetzt.

  • Psychodynamische PsychotherapeutInnen versorgen derzeit gemeinsam mit VerhaltenstherapeutInnen - noch annähernd paritätisch - mehr als eine Million PatientInnen aller Altersgruppen im Jahr.

  • Aktuell erwerben nur noch 20 % der jährlich neu approbierten Psychologischen Psychotherapeuten und 30 % der KJ-Psychotherapeuten die Fachkunde in TP und AP (Zahlen des IMPP).

  • Die derzeit vorliegende Version der Ausbildungsreform würde zur Verlagerung der Ausbildung an die zu 95 % mit verhaltenstherapeutischen Lehrstühlen ausgestatteten Universitäten führen. Von dem ursprünglich geplanten „Hochschulstudium Psychotherapie“ ist kaum etwas übrig geblieben: ein Masterstudium der Psychologie, allerdings mit dem Abschluss einer Approbation.

  • Die wesentlichen Rahmenbedingungen der Aus- und Weiterbildung sind auch nach über acht Jahren Diskussion völlig ungeklärt.

  • Die Konsequenz wäre nicht nur die Marginalisierung aller außeruniversitären staatlich anerkannten Aus-und Weiterbildungsstätten. Der psychodynamischen Psychotherapie ginge auch ihre wichtigste Heimstatt – die Ausbildungsinstitute - verloren. Die weitere Verstärkung des Ungleichgewichtes zwischen den beiden Hauptverfahren wäre unabwendbare Folge.

  • 80% der KJP-AusbildungsteilnehmerInnen kommen aus dem pädagogischen Bereich. Zukünftig sollen nur noch Psychologen zugelassen werden.

 

Die Rolle unseres Verbandes und seiner Mitglieder im Reformprozess

 

  • Die DFT ist ein übergreifender Verband für alle drei Berufsgruppen und für eine integrative TP. Sie ist die berufliche Heimat von über 1.100 TiefenpsychologInnen.

  • 80% aller TP-Absolventen kommen gegenwärtig aus den 20 DFT-Instituten!

  • Ausdrücklich wurde von den DFT-Instituten der Wille des Bundesgesundheitsministeriums, Reformen anzugehen, begrüßt, ebenso wurde der Mehrheitsbeschluss der Profession, eine sog. „Direktausbildung“ anzustreben, respektiert. Die DFT war durch ihre Institutsvertreter von Anfang an bei der Reformdiskussion aktiv.
  • Wir sind für eine vernünftige Ausbildungsreform, die die TFP, nicht benachteiligt. Die derzeitige Mehrheit des DFT-Vorstandes ist jedoch dagegen, dass dieses Gesetz novelliert wird, ohne vorher die sozialrechtlichen, strukturellen und personellen Rahmenbedingungen der gesamten zukünftigen Aus- und Weiterbildung definitiv zu klären. Darin ist sich auch die Mehrheit aller deutschen Ausbildungsinstitute einig! (Vgl. aktuelle Stellungnahmen, Homepage DFT)
  • Da diese Klärung seit Jahren aussteht, sind wir – wie viele andere - für eine rasche Zwischenlösung, die die rasch regelbaren Defizite des bisherigen Ausbildungsmodells beseitigt (Regelung des Zugangs zur Ausbildung [Master] und tarifliche Bezahlung der Praktischen Tätigkeit der Ausbildungskandidaten).

 

Die DFT muss auch in Zukunft sehr klar die notwendigen Voraussetzungen der Reform anmahnen, insbesondere die gesetzliche Klärung offener Fragen fordern:

 

  • Im Sinne des Patientenschutzes muss jede zukünftige Reform das bisherige hohe Niveau der Ausbildung und der Approbation erhalten.

  • Die Approbation muss an die Fachkunde gebunden bleiben!

  • Falls die Ausbildung komplett an die Universitäten gehen soll, dann muss die Finanzierung zahlreicher zusätzlicher Lehrstühle für TP-Hochschullehrer und Vertreter anderer nicht wissenschaftlich anerkannter Therapieverfahren sichergestellt werden.

  • Die Finanzierung mehrerer Tausend bezahlter „Weiterbildungsassistentenstellen“ pro Jahr in stationären und ambulanten Weiterbildungsstätten sowie die gesetzliche Klärung der zukünftigen Anwendung des § 117 SGB (Bezahlung von 600-800 ambulanten Therapiestunden durch die GKV) in der Praktischen Weiterbildung muss gesichert sein. Derzeit können die Ausbildungskosten durch die Einnahmen aus den Patientenbehandlungen gegenfinanziert werden.

  • Die gewachsene Kultur der jetzigen hochwertigen TP-Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie-Ausbildung muss erhalten bleiben. Eine TP–KJ-Psychotherapie fehlt an den psychologischen Fakultäten der Universitäten völlig und die (Fach-)Hochschulen müssen bei den Reformüberlegungen eine wesentliche Rolle spielen.

Sollte es nicht gelingen, die gesetzlichen Vorbedingungen dafür herzustellen, dass die Aus- und Weiterbildung strukturell, personell und finanziell auch für die TfP auf einem sicheren Fundament steht, würde die Zielstellung des Beschlusses des 25. DPT zur Direktausbildung verfehlt! Dann stehen existierende Alternativmodelle zur Direktausbildung zur Diskussion.

Das Präsidium der Deutschen Fachgesellschaft für Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (DFT) e.V. 13.02.2017