Mitglieder Login

 

Psychotherapeutische Sprechstunde: Ab dem 01.04.2017 ist eine Sprechstunde von in der Regel mindestens 100 Minuten pro Woche (ganzer Sitz) bzw. mindestens 50 Minuten (halber Sitz) anzubieten. Es bleibt freigestellt, ob die Sprechstunde als offene oder Terminsprechstunde angeboten wird. Die Sprechstunde dient der Abklärung, ob ein Verdacht auf eine krankheitswertige Störung vorliegt und weitere fachspezifische Hilfen im System der gesetzlichen Krankenversicherung notwendig sind. Übrigens: Ab dem 01.04.2018 ist der Besuch einer Sprechstunde auch für den Patienten Pflicht, wenn er eine psychotherapeutische Behandlung beginnen möchte.

Akutbehandlung: Ebenfalls neu ist die Option einer Akutbehandlung, d.h. einer zeitnahen psychotherapeutischen Intervention im Anschluss an die psychotherapeutische Sprechstunde zur Vermeidung einer Fixierung und Chronifizierung der psychischen Symptomatik. Die Akutbehandlung ist auf eine kurzfristige Verbesserung der Symptomatik der Patienten ausgerichtet und dient damit der Besserung akuter psychischer Krisen- und Ausnahmezustände. Da die Akutbehandlung von der Antragspflicht befreit ist, kann sie zügig nach der Sprechstunde beginnen und das Leistungsangebot der Psychotherapeuten außerhalb der antrags- und genehmigungspflichtigen Psychotherapie ergänzen.  

Rezidivprophylaxe: Des Weiteren wird es die Möglichkeit einer Rezidivprophylaxe nach Abschluss einer Langzeittherapie geben. Diese dient einer Sicherung des Behandlungserfolgs und der Vorbeugung von Rückfällen. Die zur Rezidivprophylaxe vorgesehenen Therapiestunden (das Kontingent richtet sich nach der Dauer der vorangegangenen Langzeittherapie) können innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren nach Abschluss der Behandlung genommen werden.

Kurzzeittherapie: Das Gutachterverfahren entfällt für die Kurzzeittherapie. Dafür wird eine „doppelte Antragspflicht“ eingeführt. Neben dem Antrag vor Beginn der Therapie (nach der Probatorik) ist nach der 12. Sitzung ein weiterer Antrag an die Krankenkasse zu stellen. Die Umwandlung in eine Langzeittherapie bleibt gutachterpflichtig.

Telefonische Erreichbarkeit: Eine weitere wichtige Neuerung der geänderten Psychotherapie-Richtlinie ist die Verpflichtung zur telefonischen Erreichbarkeit des Psychotherapeuten oder des Praxispersonals von 200 Minuten (ganzer Sitz) bzw. 100 Minuten (halber Sitz) pro Woche.

Höhe der Vergütung: Mit Spannung wird die Abbildung der neuen Leistungen im EBM erwartet, in dem der genaue Leistungsinhalt und natürlich auch die Höhe der Vergütung der Leistungen bestimmt werden.

 

Dr. Jan Moeck

DIERKS+BOHLE Rechtsanwälte Partnerschaft mbB
Sitz der Partnerschaft: Berlin | AG Charlottenburg: PR 931 B

Kurfürstendamm 195 | D-10707 Berlin | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel. +49 30 327 787-45 | Fax +49 30 327 787-77 | www.db-law.de